Unser Credo: Was uns bewegt – was können wir bewegen, haben wir in den vergangenen Jahren bereits einige Male zum Anlass genommen, uns zu engagieren und einzumischen. Wir unterstützten den Erhalt der Robert-Schumann-Philharmonie als A-Orchester, förderten das Projekt 100Mozartkinder der Sächsischen Mozart-Gesellschaft e. V. für den musikalischen Nachwuchs und brachten das Portrait von Louis Ferdinand Schönherr zurück an dessen Wirkungsstätte. Dieses Jahr haben wir den Bezug zu zwei besonderen Jubiläen – 875 Jahre Chemnitz und 2019 das Jubiläum 150 Jahre Stadtbibliothek. Ja, und vielleicht ein Signal in Richtung Kulturhauptstadt Chemnitz 2025.

Einfach helfen, wo es uns für nötig erscheint. Wir betonen das „uns“, weil jeder für sich selbst entscheiden muss, wo, wie und warum er sich für eine Sache entscheidet. Macht was für Euch daraus. Hier ist die

Rettung der CONSILIA

Vor uns liegt ein Buch, das nach Restaurierung um Hilfe schreit. Es ist die CONSILIA des Nicolaus Panormitanus de Tudeschis, eine Sammlung juristischer Schriften und Rechtsgutachten. Vor 543 Jahren im oberitalienischen Ferrara mit beweglichen Lettern gedruckt, 21 Jahre nach Gutenbergs berühmter Bibel von 1454, wurden ihre Druckbogen über die Alpen transportiert und in Leipzig zum zehn Zentimeter dicken Folianten mit den beachtlichen Maßen von 43 x 30 cm gebunden. Fortan bereicherte es die Bibliothek des Chemnitzer Franziskanerklosters und die Mönche führten Disput darüber.

Das Kloster wurde im Zuge der Reformation aufgelöst, der Besitz verkauft. Ein paar hundert Jahre später taucht das Buch in der Stadtbibliothek Chemnitz auf und ist heute in einem erbarmungswürdigen Zustand – im wahrsten Sinne des Wortes vom Zahn der Zeit zernagt.

Was bewegt uns nun zur Rettung dieses „alten Schinkens“? Trotz der beachtlichen Zeitspanne ergeben sich erstaunlich viele Parallelen zwischen damals und heute: Die Erfindung des Buchdruckes war eine Medienrevolution, vergleichbar mit den Möglichkeiten und Herausforderungen von Internet und Digitalisierung heute. Es gab bereits Wissenstransfer und friedlichen Handel über Ländergrenzen hinweg – in unserer Zeit für uns fast selbstverständlich. Die Entstehung unseres Buches legt eindrucksvoll Zeugnis darüber ab. Die durch den Buchdruck möglich gewordene, vielfache Verbreitung von Wissen und Bildung führte zu gesellschaftlichen Umbrüchen nie dagewesenen Ausmaßes.

Klar, kennen wir solche Sprüche wie „Bildung kommt von Bild, sonst hieße es ja Buchung, wenn´s vom Buch käme.“ Dem könnten wir bei der Betrachtung der Welt durchaus zustimmen. Wollen wir aber nicht. Wir halten es mit dem Zitat von Klaus Staeck:

„Bibliotheken sind gefährliche Brutstätten des Geistes“

und lassen dem Geist dieses Buches seine Materie wieder gewinnen. Das passt ins 150-jährige Bestehen der Stadtbibliothek Chemnitz, ist es doch eines der wenigen noch existierenden Bücher seiner Art weltweit. Wir übernehmen die Restaurierungskosten von 1.450 Euro und erhalten damit ein kleines Stück Kulturgut in der Tradition Chemnitzer Unternehmer, die es im vorigen Jahrhundert mit ihrem Engagement beispielsweise möglich gemacht haben, das wir heute in unserer Stadt eine international beachtete Kunstsammlung besitzen und ein rundum reiches kulturelles Erbe, das es zu entdecken, zu bewahren und weiterzuentwickeln gilt.

Die Restaurierung wird einige Zeit in Anspruch nehmen. Wenn die CONSILIA wieder vorzeigefähig ist, werden wir hier und in facebook darüber informieren, denn die Druckerei in Ferrara ist dazu nicht mehr zu gebrauchen.

Bis dahin wünschen wir eine stressfreie Weihnachtszeit, Glück und Gesundheit, einen guten Start ins neue Jahr sowie geschäftlichen Erfolg für 2019.

Herzlichst

das Punkt 191-Team

Die ganze Geschichte gibt’s auch gedruckt und gefaltet, (> Consilia Flyer Punkt191) gerungen um jede Formulierung, geschliffen in der Grafik, scharfen Blickes fotografiert, fein layoutet und in Form gebracht in echter Teamarbeit. Kurze Info an Punkt 191 – und wir senden den Flyer kostenfrei zu.